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KISS Spur 1 Modell der BR 95

Proportionen und Detaillfülle stimmen und die unbändige Kraft des Fünfkupplers widerspiegelt sich in der BR 95 von KISS Modellbahnen

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BR 95  "Die Bergkönigin"  als Spur 1 Modell von KISS

 

Vorbild Die Konstruktion der Dampflok-Baureihe 95 als fünffach gekuppelte Tenderlokomotive mit der Achsfolge 1`E1 geht noch auf Pläne der Preussischen Staatsbahnen zurück und trägt deshalb auch die Bezeichnung Preussische T20. Mit der Entwicklung der T20 griff die preussische Staatsbahn den von der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn HSE umgesetzten Gedanke, die mit ihren Maschinen der Tierklasse gute Erfahrungen gemacht hatte,  die Ablösung des umständlichen und zeitraubenden Zahnradbahnbetriebes auf Steilstrecken, durch besonders zugkräftige Reibungslokomotiven mit dynamischer Gegendruckbremse als drittem Bremssystem auf.

Die ersten zehn 1922 gebauten und ab Anfang 1923 ausgelieferten Exemplare der Baureihe 95 waren als T20 Magdeburg 9201–9210 bestellt und  für den Einsatz vor schweren Güter- und Personenzügen auf Steilstrecken vorgesehen. Mit ihren 1620 PS war die Baureihe 95 die stärkste Tenderlokomotive, die die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft jemals beschafft hatte. Die hohe Reibungslast von 95,3 t liess Steigungen von bis zu 70 0/00 und Anhängelasten im Flachen von mehr als 2000t zu. Die Fahrzeuge wurden zunächst mit den Nummern 77 001 bis 77 010 in Betrieb genommen, da anfänglich die Bezeichnung BR77 für die Maschinen vorgesehen war. Noch im Verlaufe der Ablieferung wurden sie in BR95 mit den Nummern 95 001 bis 95 010 umbenannte. Insgesamt wurden bis 1924 45 Maschinen dieses Typs in Betrieb gestellt. Sie kamen vorwiegend auf den steilen Strecken Sonneberg–Probstzella, der Spessartrampe, auf der Frankenwaldbahn, der Geislinger Steige, die Schiefe Ebene sowie der Rübelandbahn zum Einsatz. Ihr aussergewöhnliche Eignung für steile Strecken, vor allem im Mittelgebirge, verlieh ihr den Namen „Bergkönigin“.

Die Maschinen verfügen über einen 100 mm dicken Barrenrahmen mit fünf Querversteifungen aus Stahlguss. Darauf einen Kessel mit über dem Rahmen stehendem Hinterkessel nach Belpaire. Die Laufradsätze bilden mit den benachbarten Kuppelachsen Krauss-Helmholtz-Lenkgestelle. Die drei mittleren Kuppelradsätze sind fest im Rahmen gelagert, allerdings ist der Spurkranz bei dem dritten Kuppelradsatz um 15 mm geringer ausgeführt. Das Zweizylinder-Heissdampftriebwerk treibt die Maschine über den dritten Kuppelradsatz an und verfügt über automatische Druckausgleicher für den Triebwerksleerlauf. Diese Dampflokgattung war die stärkste je von der DR beschaffte Tenderlok. Die BR95 war in der Lage im Flachland einen Zug von 2060t mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h oder in einer Steigung von 25 ‰ einen  Zug von 430t mit 25 km/h Geschwindigkeit zu befördern. Das Reibungsgewicht vom 95,3 t ermöglichte den vollständigen Verzicht auf Zahnstangenbetrieb bis zu einer maximal Steigung von 70‰. Durch den Einbau einer Riggenbach-Gegendruckbremse konnte das Abbremsen hoher Lasten auch bei langen Talfahrten ohne Verschleiß und Überhitzung der Bremsbeläge und Radreifen und der damit verbundenen Gefahr nachlassender Bremswirkung, sicherstellte werden.

Nach dem 2. Weltkrieg kamen die meisten Loks zur DR. Lediglich 14 Maschinen verblieben im Bestand der DB. Die meisten Loks der DR waren in den Betriebs Werken Probstzella, Arnstadt und Saalfeld/Saale stationiert. Die Maschinen der DB waren dem Bw Aschaffenburg zugeteilt. Ab 1966 erhielten 24 Lokomotiven bei der Deutschen Reichsbahn eine Ölhauptfeuerung.

Modell Die KISS BR 95 ist seit Oktober 2013 ausgeliefert. Es wurden sowohl die Kohlegefeuerte als auch die Version mit Oelfeuerung in Ganzmetall-Messingbauweise realisiert. Eine stabile Transportsicherung sorgt dafür, dass das Modell beim Kunden in einwandfreiem Zustand ankommt. Das fast 6 kg schwere Modell ist mit zwei M6 Schrauben auf einer stabilen Transportplatte festgemacht und mit einer passgenauen Styroporabdeckung versehen. Die Transportplatte dient auch sonst als guter Schutz für die Sanderrohre vor dem verbiegen, wenn die Lok mal nicht auf dem Gleis steht.

 

 

  Masse in mm     Vorbild     1:32   Modell     ungefähre Abweichung in Prozent
  Länge über Puffer     59500     2200   1990     -10%*
  Achsanordnung     1`E1         1`E1      
  Einstiegsbreite     850     38   35     -2%
  Drehgestellachsstand     2000     89   78     -12%
  Drehgestellachsstand     1800     80   78     -2%
  Breite     2650     117   115     -2%
  Höhe Wagenkasten     2650     118   116     -2%
  Raddurchmesser     810     36   35     -3%
  Raddurchmesser     685     30.4   29     -3%

Eine farbige gestaltete 16 Seitige Betriebsanleitung für das Lokmodell und eine separate Betriebsanleitung für den Loksound V4.0 der KISS BR 95 liegen dem Modell bei. In einem Beutel werden die Kolbenschutzrohre, die Windabweiser aus Glas und die Rangiertreppe als Zurüstteile mitgeliefert. Ein Schraubenschlüssel kann gegebenenfalls für die Kuppelstangen verwendet werden. Die Lok ist unter der Adresse 75 sofort fahrbereit.


Antrieb Die Triebachsen sind kugelgelagert und einzeln gefedert. Der Hochleistungsantrieb mit einem Pittmann Motor der über ein vollgekapseltes Getriebe mit Dauerschmierung und einen Zahnriemen auf die Triebachse 4 wirkt, hat durch das hohe Eigengewicht der Lokomotive, auch mit grossen Lasten auf vorbildlichen Steigungen, kein Problem. Alle fünf Achsen sind vorbildlich über die Kuppelstangen angetrieben. Fahrspass pur ist garantiert. Auf Wunsch sind die aus Edelstahl gefertigten und ringisolierten Spurkränze in Finescaleausführung lieferbar. Gefederte Puffer und eine  Schraubenkupplung sind serienmässig. Das Modell ist für den Einbau einer Spur 1 Klauenkupplung vorbereitet. Die KISS BR 95 bringt ein Gewicht von 5`560g auf die Waage und misst über Puffer 472mm. Die Einrahmen Tenderlokomotive BR 95 ist so konstruiert, dass der Spur 1 Radius mit 1020 mm problemlos durchfahren werden kann. Die Kolbenschutzrohre und die Aufstiegstreppen an der vorderen Laufachse können aber nur bei grösseren Radien montiert werden.

⇑ Unzählige Rohre und Absperrhahnen zieren den Kessel ⇑ Servobetriebene Umsteuerung
⇑ Wasserstandsanzeige und Beschriftung versvollständigen das Modell ⇑ Die Zylinder werden über eine separate Leitung mit Rauch versorgt

Digital Die Beleuchtung des Führerstandes und der gesamten Dienstbeleuchtung sowie eine Triebwerksbeleuchtung ab Epoche IV ist mit warmleuchtenden LED in Kiss Highlight Technik realisiert. Der Vorteil der LED Technik liegt daran, dass die Lampen eine fast uneingeschränkte Lebensdauer aufweisen. Der eingebaute Rauchgenerator stösst den Dampf radsynchron über den Kamin und die Zylinder aus. Ein Lautsprecher, eingebaut im Kessel, erzeugt je nach Fahrsituation den authentischen Sound dazu. Ein Genuss für Augen und Ohren. Die Elektronik und der Sound übernimmt ein ESU Loksound 4.0 XL Decoder der mit originale Geräusches vom Vorbild bespielt ist. 21 verschieden Funktion lassen jede Situation realitätsnah werden.

Der Decoder sorgt für die Ansteuerung der Beleuchtung und anderen Features. Der Sound ist satt und zusammen mit dem gepulsten Rauchgenerator verleiht er dem Modell einen fulminanten Auftritt. Die Fahreigenshaften sind über den ganzen Geschwindigkeitsbereich hervorragend und die Lok lässt sich feinfühlig Steuern. Je nach eigener Vorliebe kann das einsetzen des Bremsenquietschen über die CV`s 64 (15) und 65 (1) etwas angepasst werden, so dass das Modell akustisch etwas später, dafür bis zum Stillstand  "zu bremsen" beginnt. Eine Augenweide stellt auch die Umsteuerung für vor- und rückwärtsfahrt dar. Sie ist mit einem Servo angetrieben und wechselt mit der Fahrrichtung. Der Fahrstrom wird über alle Räder abgenommen und zusätzlich durch einen Energiespeicher gepuffert, so dass auch eine langsamfahrt über eine ausgedehnte Weichenstrassen ohne Ruckeln gemeistert werden kann.

Detaillierung Die Preussische T20 ist absolut massstäblich und die Proportionen des Modells sind gut getroffen. Sie hinterlässt beim Betrachter den wuchtigen Eindruck des grossen Vorbilds. Die Lackierung der Bergkönigin ist einwandfrei. Aber dieser Eindruck ist wohl eher subjektiv zu bewerten. Die Beschriftung ist sauber ausgefallen und lässt sich auch ohne Lupe lesen. Der Detaillierungsgrad ist ausserordentlich hoch. Unzählige freistehende Leitungen, Anbauteile und andere Details, ausnahmslos aus Metall gefertigt, zeichnen die KISS BR 95 aus und machen sie zu einem exklusiven Modell der Spitzenklasse. Die Detaillierung geht von den 10 (!) Sanderrohre , über die beweglichen Vorreiber für die sich öffnende Rauchkammertüre und einem vollausgerüsteten Führerstand, bis hin zur servoangetriebenen Umsteuerung für Vor- und Rückwärtsfahrt. Dass die Schmierpumpe über einen eigenen Antrieb verfügt ist selbstverständlich.

Der kraftvoll-bullige Auftritt der BR 95 mit der Achsfolge 1`E1 wurde von KISS hervorragend ins Modell umgesetzt

Fazit Die KISS BR 95 im Massstab 1:32 stellt ein Vorbild ohne grosse Schnörkel dar. Sie lässt sich hervorragend auch bei wenig vorhandenem Platz einsetzen vermag aber durchaus mit dem starken Antrieb Grosses zu Leisten. Der gepulste Rauchgenerator stösst eine ansehliche Rauchfahne in den Modellhimmel und der Sound dazu rundet das Vergnügen ab. Die Lok hat das Potential einen auch spontan zum Kauf zu überreden.

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