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Als wir im Sommer 1975 von einer Wohnung in ein kleines Häuschen mit Garten in Adliswil, einem Vorort von Zürich, zogen, war für mich bald einmal klar, dass damit meine LGB ihren Hauptsitz vom Bündnerland ins Flachland verlegen musste. Bei meinen Aufenthalten in Surava habe ich immer öfter mit meiner Einbildungskraft Fahrzeuge der Rhätischen Bahn auf mein Gleis gesetzt, wenn sich vor meinen Augen die schweren Züge des Vorbilds wie eine Schlange durchs enge Albulatal zwängten. Als die Firma Lehmann im Grossen LGB Katalog 1977 das RhB Krokodil 2040 ankündigte,

Grosser LGB Katalog 1977 Download 5.4 MB

ein Modell, das schon immer meine Fantasie und die Eisenbahnerträume meines Vaters beherrscht hatte, wurde dieses zuoberst auf die Wunschliste gesetzt. Unsere Geduld wurde auf eine arge Zerreissprobe gestellt, bis eines Abends unser Traum in Erfüllung ging, als der Fachhändler im heimischen Garten das zauberhafte Krokodil zu seiner ersten Jungfernfahrt auf die Schienen setzte und dieses zappelnd mit majestätischer Würde seine grosse Zugkraft demonstrierte. So etwas hatte es bis anhin noch nie gegeben! Damit begann nach etwas mehr als zehn Jahren Grossbahnära eine neue Epoche in der Geschichte von LGB.


 


In den achtziger Jahren wurde jeder Franken, den wir entbehren konnten, in die Gartenbahn investiert. Von POLA, Kibri und LGB wurde Material erworben: Schienen, grosse Weichen, Bahnhöfe, Güterschuppen, Bäume, Wagen usw. 
So war es möglich, eine ansehnliche Anlage im Garten aufzubauen. Meine Beschäftigung in den Sommerferien bestand darin, morgens den Rasen möglichst tief zu schneiden und danach die Schienen zu verlegen. So gegen Mittag drehten die ersten Kompositionen ihre Runden im häuslichen Garten. Dieses Prozedere wiederholte sich alle zwei bis drei Tage, je nach dem wie schnell der nachwachsende Rasen die Gleise wieder verdeckte.