Neues 16bit Soundprojekt von Däppen

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1 Stunde 14 Minuten her #23226 von hesch
Hallo,
es gibt als erstes neues 16bit Soundprojekt für RhB Loks von Heinz Däppen ein unheimlich koplexes Projekt für die Ge 4/4 I.
Es ist eines der komplexesten Projekte, die ich je gesehen habe, es strotzt nur so von Scripten. Im Originalzustand geht nicht mehr einfach die Fahrtrichtung zu wechseln, nein die Lok wird abgeschaltet und der Lokführer geht durch die Lok zum anderen Führerstand !!!
Meine persönliche Meinung: Das ist ein- zweimal ganz lustig, aber dann geht man in den Rangier- oder Einfachmodus um nicht jedesmal Abschalten/Aufrüsten/Pantowechsel zu erleben.
Die Scripte sind geschützt, so dass man nicht umhin kommen wird, bei Bedarf die Lok nach dem vorgegebenen Schema zu verkabeln.
Es zeigt das heute bei Zimo Dekodern machbare, ob das im praktischen Betrieb sinnvoll einsetzbar ist? Für mich ist ein Hindernis, dass man die Funktionsausgänge, die in den Scripten angesprochen werden, nicht beeinflußen kann.

Grüsse

Herby

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29 Minuten her - 23 Minuten her #23227 von a.cadosch
Endlich hat jemand begriffen, dass ein Fahrtrichtungswechsel beim Vorbild nicht zwangsläufig mit einem Lichtwechsel verbunden ist! 

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Seit der Einführung der Diode wird uns die automatisch mit der Fahrtrichtung wechselnde Beleuchtung als absolutes Top-Feature verkauft. Dabei ist das, gelinde gesagt, völliger Quatsch!Beim Vorbild richtet sich die Beleuchtung nicht einfach nach der Fahrtrichtung, sondern nach dem bedienten Führerstand und der jeweiligen Betriebssituation.
Bei Zugfahrten dürfte das den meisten noch einleuchten. Aber gerade beim Rangieren sieht die Sache anders aus. Da entspricht die Frontbeleuchtung eben nicht zwingend der aktuellen Fahrtrichtung. Eine Lok kann durchaus mit drei weissen Lichtern an der Front rückwärtsfahren, ohne dass deshalb automatisch die Beleuchtung umgeschaltet werden müsste.

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Genau deshalb finde ich diesen Ansatz von Heinz Däppen ausgesprochen interessant. Hier wird endlich einmal nicht einfach die Fahrtrichtung des Decoders mit der Beleuchtung gleichgesetzt, sondern versucht, die tatsächlichen Abläufe beim Vorbild nachzubilden.
Und um eines klarzustellen: Ein Fahrtrichtungswechsel mit Führerstandswechsel ist keine 08/15-Tätigkeit!

Gerade bei älteren Lokomotiven gilt es, eine ganze Reihe von Handgriffen auszuführen:Anbremsen, Wendeschalter auf 0, BV-Hahn schliessen, Bremsventil in Abschlussstellung, Licht aus, Kompressor aus, Hauptschalter aus, Bügel tief, Steuerstrom aus, Verriegelungskasten verriegeln, dreimal Licht löschen und einmal einschalten.

Dann geht es durch den Maschinenraum zum anderen Führerstand. Selbstverständlich müssen unterwegs auch noch zwei Türen geöffnet und wieder geschlossen werden. Dort angekommen: Beleuchtung 3 einschalten, Verriegelungskasten entriegeln, Steuerstrom ein, Pantograph hoch, Kompressor auf Automatik, Licht ein, Bremsventil in Fahrstellung, Rangierbremse anlegen, BV-Hahn öffnen und Hauptschalter einschalten.

Kleine Quizfrage für Nicht-Lokführer die es bemerkt haben: Warum wird der Hauptschalter erst ganz zum Schluss eingeschaltet?

Dann folgt die Bremsprobe, Wendeschalter auf Fahrt – und erst jetzt kann wieder angefahren werden!

Ob man das im Modell wirklich alles umsetzen will und dafür jedes Mal das komplette Prozedere mit Abrüsten, Führerstandswechsel und erneutem Aufrüsten durchspielen möchte, ist natürlich eine andere Frage. Aber dafür gibt es ja offenbar den vereinfachten Betriebsmodus.

Und ja, es gibt tatsächlich Modellbahner, die genau das an einem Modell lieben. Übrigens fährt die Lok selbstverständlich nur, wenn auch der Pantograph gehoben ist. So gehört sich das schliesslich.

Aber dass endlich einmal zwischen Fahrtrichtung und bedientem Führerstand unterschieden wird, ist für mich ein echter Fortschritt – und wesentlich vorbildgerechter als der seit Jahrzehnten übliche automatische Lichtwechsel!

In Wien lebt man damit die Devise: «Modellbahner wollen fahren – ZIMO-Fahrer wollen mehr!»

In Ulm hingegen gelten solche Funktionen offenbar noch immer als unnötiger Unfug oder überflüssige Spielerei. Dort wird der automatische Lichtwechsel mit der Fahrtrichtung nach wie vor als absolutes Highlight verkauft.  Eine solche Funktion umzusetzen, scheint dort ein Ding der Unmöglichkeit zu sein – es sei denn, ein Hersteller besteht ausdrücklich darauf.

Was in Wien als vorbildgerechte Funktion umgesetzt wird, tut man in Ulm offenbar lieber als Spielerei ab.
Dabei ist die Unterscheidung zwischen Fahrtrichtung und bedientem Führerstand keine Spielerei, sondern schlicht eine Frage der Vorbildtreue.
Und genau deshalb finde ich dieses TrueSoundprojekt so bemerkenswert. Nicht wegen der unzähligen Skripte oder weil der Lokführer virtuell durch die Lok spaziert, sondern weil hier endlich einmal jemand verstanden hat, wie eine Lokomotive beim Vorbild tatsächlich bedient wird.

Zugegeben: Manchmal kann das auf der Modellbahn ganz schön nervig sein.

Aber ich kann Euch versichern:  Auch beim Vorbild ist ein Führerstandswechsel - dann noch kurz vor Feierabend - auch nicht unbedingt das, worauf man sich am meisten freut! 

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Letzte Änderung: 23 Minuten her von a.cadosch.

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