Vorwort Nachdem KISS die RhB Ge 6/6 II Serie als Messingmodell gebracht hatte, war es eine logische Folge, auch die kleine Schwester, die Ge 4/4 I auf den Markt zu bringen. Waren doch für die Produzenten viele Einzelteile der Lokomotive bereits vorhanden oder die Pläne existierten schon. So sind Lüftungsgitter oder gar die Drehgestelle identisch mit den Ge 6/6 II Lokomotiven. 
Bereits an der Nürnbergerspielwarenmesse im Jahre 2000 wurde das erste Handmuster der Ge 4/4 I vorgestellt. Ausgeliefert wurden die Modelle zum zwanzig jährigen Jubiläum des Familienunternehmens Semaphore AG, die die Lokomotiven zusammen mit KISS unter dem Label Semaphore Topline herausbringen.

Modellbeschrieb Semaphore/KISS lancierten die Modelle aus der zweiten Bauserie die in den fünfziger Jahren ausgeliefert wurden. Die Nummern 605 - 610 wurden ab Werk ohne Übergangstüre an der Lokomotivenfront ausgeliefert. Der Gesamteindruck des Modells überzeugt: Die Fülle von Einzelheiten, die originalgetreue Farbgebung und die Verwendung vorbildgerechter Materialien verleihen dem Modell jene Ausstrahlungskraft, die eben realistische Vorbildatmosphäre schafft. 
Die Lok ist in feiner Handarbeit in nur geringer Stückzahl aus Messing gefertigt. Die Beschriftung mit den typischen Lettern aus Chromstahl, den Fabrikschilder aus geätztem Messing und Echtglas Fensterscheiben tragen wesentlich zum hervorragenden Aussehen bei.
Sogar die Schleifstückwippen des Sommerfeldstromabnehmers wurde durch Ausgleichsfedern veredelt.

Mechanik Auch mechanisch vermag das Modell die an sie gerichteten Aufgaben voll zu erfüllen. Der Antrieb erfolgt über zwei Hochleistungsmotoren von Bühler. Die voll gekapselten Motoren mit 7-poligem Anker übertragen die Kraft weich und rucklos, was zu einem dynamischen Fahrverhalten über den gesamten Geschwindigkeitsbereich führt. Einzelradfederung und kugelgelagerte Achsen in den Drehgestellen, verteilen die Masse von 6.8 kg (ohne Zusatzgewicht) gleichmässig auf die Schienen. R1 und realistische Steigungen von 35 ‰ mit Anhängelasten bis 18 kg meistert die Lokomotive problemlos.

⇑ Reich detaillierter Führerstand mit Schweizer Lokomotivführer ⇑ Einzeln voll gefederte Edelstahlachsen verleihen Top Laufeigenschaften

Masstabelle in mm

Masse in mm Vorbild 1:22,5 Modell Abweichung in Prozent
Länge über Puffer 12100 537.8 534 -1
Länge Lokkasten 11000 489 492 +0.6
Frontachsstand 1150 51 50 -2
Pufferlänge 550 24 24 0
Dregestelachsstand 2500 111 111 0
Achsabstand Innen 3700 164 164 +0
Breite Lokkasten 2650 118 118 0
Höhe Lokkasten 3300 147 148 +0.7
Raddurchmesser 1070 47.6 47.4 -0.4

Modelle

Erhältlich waren:

605 Silvretta
606 Kesch
607 Surselva
608 Madrisa
609 Linard
610

Viamala

Beschriftung Die Beschriftungen besteht bei Vorbild aus etwa 22 mm dicken Zahlen und Buchstaben. Im Modell entspricht dies rund 1 mm . Die geätzten Beschriftungen aus 0.2 mm dickem Blech sind damit fünfmal zu dünn geraten. Dies ist zwar ein guter Kompromiss, aber eben nur ein Kompromiss. Die Beschriftungen wirken flach und die Tiefe fehlt. Deshalb wurde die Beschriftungen durch neue Buchstaben und Zahlen, die mittels Lasertechnik massstäblich aus Chromstahlblech geschnitten wurden, ersetzt. Das Resultat ist eine vorbildgerechte Beschriftung, die sich vom Original kaum mehr unterscheiden lässt. Eine solche Beschriftung ist zwar mit erheblichen Kosten verbunden, wertet aber das Modell als Ganzes wesentlich auf.

Lokname und Bahninitialen  aus gelaserten Buchstaben Die filigrane Arbeit hat sich gelohnt, die neue reliefartige Beschriftung

Fazit Mit diesem überzeugenden Modell setzte KISS/Semaphore die Messlatte für Modelle im Massstab 1:22,5 einmal mehr enorm hoch. Die hervorragenden Fahreigenschaften, die exakte Nachbildung der Details und die innovative Konstruktion vermögen die charakteristischen Eigenschaften des Vorbilds in die Welt der Modellbahn zu bringen. Ein Handarbeitsmodell, dass den ungebrochenen Trend zu noch mehr Perfektion deutlich macht.
Der Massvergleich bestätigt eine hohe Massstabstreue. Die Differenzen zwischen Original und Modell sind marginal und bewegen sich im Bereich von 0,3 bis maximal 2%. Die Konstrukteure von Semaphore/KISS bewiesen damit, dass es möglich ist auch auf LGB Radien Modelle mit hohen Anforderungen zu konstruieren, ohne Länge und Breite unrealistisch zu stutzen.